21.03.2019 - 10:56

"Arbeitspflicht" für Asylwerber - BM Hartinger-Klein löst eine Welle von Unverständnis aus

Warum dieser Vorschlag trotz Erntehelferknappheit auf keine Gegenliebe bei den österreichischen Sonderkulturen-Landwirten stößt!

Die OÖ Obst- und Gemüsebauern sind vor dem Kopf gestoßen:
Obwohl heuer bereits im achten Kooperationsjahr mit dem Verband der Obst- und Gemüseproduzenten  und der LK OÖ mit dem AusländerInnenfachzentrum des AMS OÖ zwecks Aufrechterhaltung eines Kontingentes bei Drittstaatsbewilligungen für OÖ (für langjährige bewährte Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern)  Jobbörsen für Asylberechtigte abgehalten und heuer z.B. rund 250 Einstellungszusagen gemacht wurden, ist eine "Arbeitspflicht" für Asylwerber oder -berechtigte sicher nicht das Gelbe vom Ei.
Manche bezeichnen diese Arbeit auf den Feldern als "Sklavenarbeit": Hier geben wir zu bedenken, dass diese Arbeit hierzulande auch von bäuerlichen Familienmitgliedern erledigt wird.
Manche berichten wieder von Billigstlohn: Hier darf erwähnt werden, dass es einen landwirtschaftlichen Kollektivvertrag für Erntehelfer und Saisonarbeiter gibt; dieser beträgt z.B. heuer mindestens 1.230 Euro - und es ist egal, ob diese Arbeit von einem Österreicher, EU-Bürger, Drittstaatsbürger oder Asylwerber bzw. Asylberechtigten ausgeführt wird.

Erfahrungen in den letzten acht Jahren haben gezeigt,

  • dass manche wirklich gerne lernen und arbeiten
  • dass anderen diese Arbeit einfach zu beschwerlich ist
  • dass man fast immer mit der Kommunikation zu kämpfen hat
  • dass die Anfahrtswege zu den bäuerlichen Betrieben oft zu weit entfernt oder zu beschwerlich sind (mit Öffis)
  • und letztendlich, dass mache zwar eine Arbeitszusage bekommen haben, aber dann einfach nicht am Betrieb erscheinen

Warum wird vorgeschlagen, dass dieser Personenkreis "nur" in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt werden kann?

  • ist man der Meinung, dass hier keine "professionellen" Mitarbeiter, wie in anderen Branchen auch, gefragt sind?
  • ist man der Meinung, dass manche Arbeiten hier nicht auch gefährlich sein können (z.B. Forstwirtschaft)?
  • ist man der Meinung, dass sich in der Land- und Forstwirtschaft der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht selbst aussuchen will?
  • ist man der Meinung, dass man die Zeit dazu hat, bei anhaltendem Preisdruck ständig neue Mitarbeiter anzulernen, die dann bald nicht mehr kommen oder sowieso abgeschoben werden?

Warum wird dieser Personenkreis nicht in die Gesamtwirtschaft  Österreichs integriert?

Diese und noch mehr Fragen stellen sich die Österreichischen Obst- und Gemüsebauern und finden kaum Antworten dafür.

Auch nicht dafür, dass man den Obst- und Gemüsebaubetrieben durch jährliche "ungewisse"  Kontingentzahlen (seitens des Sozialministeriums) für ihre  Stammarbeiter aus Drittstaaten jedes Jahr aufs Neue keine  rechtzeitige und ausreichende Planbarkeit zubilligt!

Weiterführende Informationen: www.https://www.facebook.com/gemueselust/; https://ooe.orf.at/news/stories/2971223/; https://kurier.at/politik/inland/arbeitspflicht-fuer-fluechtlinge-kritik-an-hartinger-vorstoss/400441312